The Hill Country

Auf bis zu 2.500 m erhebt sich das zentrale Hochland Sri Lankas mit seinen unzähligen Teeplantagen, auf denen der berühmte Ceylon-Tee angebaut wird. Die Temperaturen sind je nach Höhe deutlich niedriger als im Flachland und vor allem in der Nacht braucht man – da es in den Zimmer meist keine Heizung gibt – ein oder zwei dicke Decken. Auf meiner Reise durch die Berge habe ich in Nuwara Eliya und Ella Halt gemacht.

Obwohl im Hochland eigentlich schon die Trockenzeit begonnen hat, war das Wetter ziemlich verregnet und bewölkt. Einige meiner geplanten Aktivitäten sind dem leider zu Opfer gefallen, wie etwa eine Wanderung auf den Adam’s Peak oder zum World’s End – beides macht ohne eine gute Sicht nicht viel Sinn.

Nuwara Eliya

Für die knapp 100 km von Kandy in das auf 2.000 m gelegene Nuwara Eliya muss man eine rund viereinhalbstündige Zugfahrt und anschließend eine halbstündige Taxifahrt auf sich nehmen. Allerdings hat man während der Fahrt eine ziemlich gute Aussicht auf die Berge und die vielen Teeplantagen.

Nachdem es in Nuwara Eliya praktisch ununterbrochen geregnet hat, habe ich für einen Ausflug in eine Teefabrik entschieden – eine der wenigen Aktivitäten mit Dach über dem Kopf.

Der Regen hat mich meinen Rucksack schnell wieder packen lassen. In der Hoffnung auf besseres Wetter bin ich gestern nach Ella gefahren, das etwas niedrieger auf rund 1.000 m liegt.

Ella

Die Zugstrecke nach Ella soll zu den schönsten Routen in ganz Sri Lanka gehören. Mit der Sitzplatzreservierung hat es dieses Mal leider nicht geklappt, so dass ich die zweieinhalbstündige Fahrt mit den meisten anderen Passagieren im Stehen verbringen musste. Da in den Zügen die Türen aber nicht geschlossen werden, hat man zumindest aber eine gute Aussicht. Und bei umgerechnet rund 0,60 € für das Zugticket kann man sich wirklich nicht beschweren.

Ella liegt am oberen Ende der gleichnahmigen Schlucht und bietet eine sagenhafte Aussicht auf die Ausläufer des zentralen Hochlandes. Kein Wunder, dass man in dem kleinen Dorf – ganz im Gegensatz derzeit zum Rest des Landes – fast mehr Touristen als Einheimischen über dem Weg läuft. Die meisten Gästehäuser sind direkt am Hang gebaut und bieten aus dem Zimmer den typischen Ausblick auf den Little Adam’s Peak zur Linken und den Ella Rock zur Rechten.

Da sich heute auch hin und wieder mal die Sonne gezeigt hat, habe ich zwei Wanderungen unternommen, je eine zu den beiden vorgenannten Bergen.

Um zum Ella Rock zu gelangen muss man zunächst ein langes Stück auf den Gleisen der Eisenbahn entlanglaufen. Das ist hier wohl keineswegs unüblich – ständig trifft man Leute auf den Gleisen, von Schulkindern über Arbeiter bis hin zu Mönchen – und es erklärt auch, warum die Züge ständig hupen. Wenn die Ankunftszeit des nächsten Zuges näherrückt, wird der Gang allerdings ein wenig unentspannt und man schielt ständig nach einer Möglichkeit sich links oder rechts in Gebüsch zu drücken, falls die Eisenbahn anrollt. Glücklicherweise hatte sie heute wieder ein wenig Verpätung.

Dank GPS kann man die sportliche Leistung anschließend auch genau auswerten. Bei der hohen Luftfeuchtigkeit hier sind die Höhenmeter natürlich wesentlich härter erkämpft als zuhause :-).

Morgen werde ich mit dem Bus nach Galle weiterreisen und am Sonntag wieder eine Nacht in Colombo verbringen. Am nächsten Morgen fliegt mich dann ein ehemaliges Flugzeug der Air Force nach Trincomalee an den Strand. Die Air Force hat eine Inlandsfluggesellschaft gegründet, die in ehemaligen Militärmaschinen einige Ziele in Sri Lanka anfliegt. Bei rund 45 Euro für den Hin- und Rückflug ein Schnäppchen – und bestimmt ein Abenteuer.

Landkarte
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