Auf dem Papier kann der Inle-See eigentlich nicht so recht beeindrucken: 22 km lang, bis zu 10 km breit und weniger als 4 m tief. Dennoch zählt der See zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Myanmar. Das liegt allerdings weniger an seiner Größe als vielmehr an den rund 70.000 Menschen, die auf 17 Dörfer verteilt um den See herum und im See leben und arbeiten. Ganze Dörfer samt Handwerksbetriebe, wie Silberschmieden und Webereien, sind auf Pfählen in den See oder die umliegenden Sümpfe gebaut worden. Und sogar Gemüse, Früchte und Blumen werden auf schwimmenden Feldern bestellt. Um den See zu erkunden bieten sich Fahrradtouren am Ufer, Bootsfahrten durch die schwimmenden Dörfer und Wanderungen auf die nahegelegenen Hügel mit Blick über den See an. Und natürlich muss man alles mal mitmachen.
Ausgangspunkt unserer Touren war die am nördlichen Ufer gelegene Stadt Nyaungshwe. Von dort aus kann man mit dem Fahrrad zum Beispiel das nahegelegene Shwe Yaunghwe Kyaung-Kloster besichtigen. Das besondere daran ist, dass ein Gebäude vollständig aus Teak-Holz erbaut wurde – und dass die dort unterrichteten Novizen völlig unbeeindruckt bleiben, wenn man während des Unterrichts mit der Fotokamera durch die Klasse läuft.
Den zweiten Tag verbrachten wir auf dem Wasser und ließen uns das Leben auf und um den See zeigen. Die schmalen, langen Boote sind zwar ziemlich laut, aber dafür auch erstaunlich flott unterwegs.
In Inthein haben wir unsere Fahrt für einen kurzen Landgang unterbrochen. Der Markt in der kleinen Stadt ist einer größten in der Region und auch der nahegelegene Shwe Inn Thein-Tempel mit seinen unzähligen Stupas lohnt die Treppenstufen bis dorthin.
Am letzten Tag wurde es noch ein wenig sportlich und wir haben einen Bergführer für eine Wanderung zu einem Bauerndorf in den umliegenden Hügeln angeheuert.
Eigentlich hatten wir uns auf eine ganz gemütliche Tour eingestellt, wurden dann aber über sechseinhalb Stunden durch die Berge geführt. Immerhin haben wir über 700 Höhenmeter und 22 km zurückgelegt – und bei der Hitze haben wir jeden einzelnen hart erkämpft :-). Kleiner Trost: Auch der Bergführer hatte am nächsten Tag ein wenig Muskelkater.
Mittlerweile haben wir den Inle-See wieder verlassen und sind nach Yangon weitergereist.