Atemlos durch Lauca

Die Anreise in den Nationalpark Lauca beginnt entspannt auf Meereshöhe. Nach unserer Landung in Arica am Dienstagmorgen haben wir rasch Führerschein, Kreditkarte und Autoschlüssel getauscht und schon waren wir früh am Tag auf dem Weg ins Gebirge. Bis nach etwa 40 km unserem Reifen schon beim erstbesten Schlagloch die Luft ausging. Also, schnell zurück zum Flguhafen, um den Reifenwechsel kümmern und dann…warten.

Nach rund drei Stunden Pitstop saßen wir wieder im Auto und achteten diesmal auf jedes Schlagoch genau.

Putre

Am Eingang des Nationalparks liegt die Kleinstadt Putre. Dort angekommen hat man – nach nur etwa zwei Stunden Fahrzeit – bereits die ersten 3.650 Höhenmeter überwunden und die Luft wird langsam dünn.

Eigentlich wollten wir am Nachittag noch ein wenig die Gegend erkunden, doch die Reaktion auf die Höhe kam prompt: Schon die paar Schritte vom Auto zum Zimmer waren anstrengend und auch auf die typischen Kopfschmerzen mussten wir nicht lange warten. Unsere Pläne haben wir daher erstmal auf den nächsten Tag verschoben. Nur unsere Drohne musste noch ein paar Höhenmeter überwinden.

Nationalpark Lauca

Der zweite Tag begann nach einer schlaflosen Nacht – auch Schlafstörungen sollen bei großer Höhe nicht ungewöhnlich sein – mit Kopfweh und Übelkeit. Und noch immer war jeder Schritt anstrengend. Bis in den Nationalpark lagen noch etwa 1.000 Höhenmeter vor uns und wir waren froh, dass wir alle Aussichtspunkte direkt mit dem Auto anfahren und das Laufen auf ein Minimum reduzieren konnten.

Der Nationalpark Lauca ist der nördlichste Nationalpark in Chile und liegt in der West-Kordillere der Zentral-Anden an der Grenze zu Bolivien. Riesige Berge und Vulkane mit über 6.300 Metern Höhe umgeben den Park und dementsprechend spektakulär ist die Aussicht.

Iquique

Nach drei Tagen Kopfweh war ich ganz froh, dass die letzte Etappe unseres kleinen Roadtrips durch Nordchile wieder zurück auf Meereshöhe führte. Entlang der Panamericana sind wir bis in die die Hafenstadt Iquique gefahren, von der aus wir unseren Weiterflug nach Bolivien gebucht hatten.

Sehenswertes auf dem Weg nach Iquique sind – abgesehen von der Landschaft – die Humberstone- und Santa-Laura-Salpeterwerke. Nach Einbruch des Salpetermarktes in den 1930er Jahren wurden die ursprünglich größten Salpeterwerke Chiles noch rund 30 Jahre weiterbetrieben bis sie schließlich Anfang der 1960er Jahre schließen mussten. Seitdem sind sie dem rauen Klima der Atacamawüste ausgesetzt und verfallen. Die rostigen Industrieanlagen zählen inzwischen zum UNESCO Weltkulturerbe und sind ein beliebtes Touristenziel.

Zwar hat Iquique nicht allzuviel Sehenswertes zu bieten, aber bei der Aussicht ließ es sich auch in unserem Zimmer ganz gut aushalten.

Im Moment warten wir am Flughafen von Iquique auf unseren Flug nach La Paz in Bolivien. Leider hatten sich die Flugzeiten um sechs Stunden verschoben, so dass wir den Nachmittag am Gate anstatt in La Paz verbringen müssen. Wir hoffen, dass uns der kurze Ausflug in den Nationalpark einen kleinen Vorsprung bei der Anpassung an die Höhe verschafft hat, denn der restlichen Teil unserer Reise wird uns selten unter 3.500 Meter führen.

Landkarte
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