Mauritius Was Made First

Nimmt man einen Reiseführer von Mauritius zur Hand, stößt man fast immer auf das berühmte Zitat von Mark Twain:

Mauritius was made first, and then heaven; and heaven was copied after Mauritius.

Da fragt man sich natürlich, was den sonst so kritischen und bissigen Schriftsteller zu diesem Werbeslogan hingerissen hat. Die Antwort ist leider recht banal: Gar nichts. Quelle des vermeintlichen Zitats ist sein Werk Following the Equator, in welchem er von seiner Reise durch das Britische Empire im Jahr 1895 erzählt. In seinem Eintrag zum 18. April bemerkt er, dass Mauritius wohl das einzige Land auf der Welt sei, in welchem ein Fremder gar nicht erst danach gefragt werde, wie es ihm hier gefalle. Denn diese Frage würden die Einheimischen schon viel lieber selbst beantworten:

From one citizen you gather the idea that Mauritius was made first, and then heaven; and that heaven was copied after Mauritius. Another one tells you that this is an exaggeration; […].

Markt Twain hat also gar nicht von der Insel geschwärnt, sondern nur einen patriotischen Bewohner zitiert. Die eigene Einschätzung des Schriftstellers fällt hingegen deutlich verhaltener aus, als der Reiseführer vermuten lässt:

That is Mauritius; and pretty enough. The details are few, the massed result is charming, but not imposing; not riotous, not exciting; it is a Sunday landscape.

Von diesen Feinheiten des richtigen Zitierens unbeeindruckt, haben wir uns doch noch von unserem Reiseführer überzeugen lassen und das Paradies auf Erden gesucht.

Le Morne

Für einen Traumurlaub braucht es ein Traumhotel am Traumstrand, habe ich mir sagen lassen. Aber unzählige Unterkünfte rund um die Insel machen die Auswahl nicht gerade leicht. Am Ende haben wir uns für das LUX* Le Morne im Südwesten der Insel am Fuße des gleichnamigen Berges entschieden und wurden nicht enttäuscht.

Die bekannsten Bilder von Mauritius sind wahrscheinlich Luftaufnahmen, wie etwa die von Le Morne und dem Underwater Waterfall, so dass ich mich auch auf ein paar Rundflüge mit der Drohne gefreut habe.

Leider musste ich feststellen, dass es gar nicht so einfach ist, den berühmten Unterwasser-Wasserfall zu fotografieren, da man für den richtigen Blickwinkel ziemlich weit auf das Meer rausfliegen müsste. Weil aber Wind und Akku den Spaß begrenzen, fallen meine eigenen Fotos nicht ganz so dramatisch aus wie die Vorlage. Aus der Luft kann man dennoch ganz gut das Korallenriff erkennen, das die Insel umgibt und an welchem sich die ankommenden Wellen brechen – dadurch ist das Meer am Strand immer geschützt und ruhig.

Der Berg Le Morne Brabant hinter unserem Hotel taugt nicht nur als Kulisse, sondern kann auch erklommen werden. Obwohl nur rund 550 m hoch, sollte man für die letzten Meter doch einigermaßen trittfest und schwindelfrei sein.

Dafür wird man dann aber mit dem Gipfelerlebnis und einer großartigen Aussicht auf die Insel belohnt – wenn einem die aufziehenden Wolken nicht gleich wieder daran erinnern würden, dass der Winter vor der Türe steht.

Roadtrip über die Insel

Mauritius ist mit einer Fläche von rund über 2.000 km² etwas kleiner als das Saarland und kann leicht in einem Tag mit dem Auto erkundet werden – nur an den Linksverkehr muss man sich gewöhnen.

Unter Wasser

Was liegt auf einer Insel, die nahezu vollständig von einem Korallenriff umschlossen ist, näher, als nach der nächstgelegenen Tauchschule Ausschau zu halten? Leider haben sich auch dieses Mal die ganz großen Fische wieder versteckt, aber beeindruckend ist es unter Wasser eigentlich immer.

Ob der Mark Twain in den Mund geschobene Plagiatsvorwurf nun gerechtfertigt ist, wissen wir natürlich nicht. Nur, dass es uns nach zehn Tagen doch ziemlich schwer gefallen ist Mauritius wieder zu verlassen und wir es leicht noch ein paar Tage länger ausgehalten hätten. Dagegen hilft aber am Schluss nur eins: den nächsten Urlaub planen.

Landkarte
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