Etwa dreieinhalb Busstunden westlich von Havanna liegt im Valle de Viñales das gleichnamige Dorf mit überschaubaren 14.000 Einwohnern. Nachdem wir in Havanna zwei Urlauber kurz vor ihrer Heimnreise getroffen hatten, die uns von ihrem Aufenthalt bei Boris y Cusita vorschwärmeten und nachdem wir bei dem Namen natürlich nur Gutes erwarteten, reservierten wir unser Zimmer bereits im Voraus. Das war gar nicht so dumm, denn bei unserer Ankunft wartete das gefühlte halbe Dorf auf die paar Touristen, die aus dem Bus stolperten, um sie in das jeweils eigene Gästezimmer (casa particulares) zu schleppen. Auch sonst haben wir es mit eigener Dachterasse und einem kleinen Esszimmer ganz gut getroffen. Lediglich die Dusche mit dem Durchlauferhitzer zu benutzen erforderte ein wenig Mut.
Zwischen fünf und sechs Uhr morgens erwachen allmählich die Hähne in der Nachbarschaft und man selbst gezwungenermaßen mit ihnen, so dass man die Gelegenheit hat, der Stadt beim Aufwachen zuzusehen.
Vor etwa 100 Millionen Jahren fraß sich ein Netzwerk unterirdischer Flüsse durch die untersten Felsschichten aus Kalkstein und schuf so riesige Höhlen. Als die Höhlendächer einbrachen sackte die ganze Region mehrere hundert Meter ein und die stehengebliebenen ehemaligen Höhlenwände bilden das Tal in dem Viñales liegt. Einige Höhlen sind allerdings noch intakt und können besichtigt werden. Die größte von ihnen, die Caverna Santo Tomás, haben wir uns angesehen.
Viñales liegt inmitten von Tabakplantagen, so dass man den Farmern bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen kann und günstig ein paar Zigarren kaufen kann.
Mittlerweile ging unsere Reise weiter Richtung Osten nach Cienfuegos. Morgen werden wir mit dem Bus weiter nach Trinidad fahren.